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Muß jede aufgeweitete Bauchschlagader sofort
operiert werden?
Nein, es kommt auf die Größe des Bauchaortenaneurysmas an. Beträgt der maximale
Querdurchmesser des Bauchaortenaneurysmas mehr als 4,5 bis 5 cm, so sollte operiert
werden, damit es erst gar nicht zu solch einer Notoperation kommt! Ist das
Aneurysma kleiner, so genügen
regelmäßige Ultraschallkontrollen.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei diesem Krankheitsbild?
Es gibt neuerdings zwei Verfahren: Das sogenannte konventionelle Verfahren über einen
großen Bauchschnitt, bei dem die Erweiterung der Bauchschlagader durch eine Prothese ersetzt wird
und das sogenannte endovaskuläre Verfahren, bei dem ohne großen Schnitt durch die Leiste eine Metallprothese mit Gewebeüberzug, ein sogenannter Stent, in die aufgeweitete Schlagader
über einen Katheter plaziert wird.
Was sind die Vorteile der neuen Behandlungsmöglichkeit?
Ein großer Vorteil besteht natürlich darin, daß dieser Eingriff viel weniger belastend
für den Patienten ist als eine große Bauchoperation. Der Wundschmerz ist gering, die Patienten müssen nicht auf
einer Intensivstation überwacht werden und der Krankenhausaufenthalt ist kürzer als bei dem
konventionellen Verfahren. Es treten keine operationsbedingten Potenzprobleme auf - ein
Aspekt, der natürlich gerade bei jüngeren Patienten wichtig ist - und die Patienten haben keine
Probleme mit einer großen Bauchnarbe.
Gibt es Nachteile dieses Verfahrens?
Ja, denn es handelt sich um ein neues Verfahren, so dass noch keine
Langzeitergebnisse vorliegen. Wir wissen zum Beispiel, dass es zu einem Leck zwischen Stent und Bauchschlagaderwand kommen
kann, es gibt Probleme mit der Ermüdung des Materials oder ein Verrutschen der
Prothese ist möglich.
Kann man das "neue Verfahren" für alle Patienten wählen?
Nein. Patienten mit einer Allergie gegen Kontrastmittel oder einer
Nierenschädigung, die durch Kontrastmittel verschlimmert wird, können nicht nach der neuen Methode behandelt
werden. Nicht jedes Aneurysma ist vom Aussehen her für das endovaskuläre Verfahren geeignet - das muss
der Spezialist von Fall zu Fall unterscheiden. Zur Zeit sind ca. 20% der Bauchaortenaneurysmen
für ein endovasculäres Verfahren geeignet.
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