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Gefäßerweiternde Maßnahmen
Die effektivste Maßnahme zur Steigerung des Stromzeitvolumens in Gefäßen ist eine
Vergrößerung des Gefäßradius (r), also die Gefäßerweiterung (Vasodilatation).
Voraussetzungen für die Wirksamkeit sind, daß
1. der Blutdruck konstant gehalten wird, also bei systemischer Vasodilatation eine
entsprechende Steigerung des Herzminutenvolumens erfolgt,
2. im minderdurchbluteten Gebiet die stärkere Vasodilatation stattfindet, um hier die
deutlichste Widerstandsverminderung und damit eine bessere Durchblutung zu erzielen,
3. noch erweiterungsfähige Gefäße vorliegen.
Da diese Bedingungen nur selten bei der arteriellen Verschlußkrankheit erfüllt sind,
besteht die Gefahr nicht unerheblicher Nebenwirkungen. So kann es in der
durchblutungsgestörten Extremität unter medikamentöser Behandlung regional zu einer
Verstärkung der Durchblutung in der Haut zu Lasten der schon minderdurchbluteten
Muskulatur kommen (regionales Steal-Phänomen). Bleibt die zur Aufrechterhaltung des
arteriellen Blutdrucks notwendige Steigerung des Herzminutenvolumens unter aus, so
resultiert ein mehr oder weniger lang anhaltender Abfall des Blutdruckes, der zu einer
Verminderung des Perfusionsdruckes über mögliche Stenosen an anderen Arterien, z. B. den
Herzkranzgefäßen führt (systemisches Steal-Phänomen). Damit sind
Durchblutungsverschlechterungen in den betroffenen Organen mit entsprechender Symptomatik
zu befürchten.
Bestehen gleichzeitig Nervenschädigungen insbesondere im Rahmen eines Diabetes mellitus,
dann ist eine intraarterielle Therapie mit Vasodilatantien weniger sinnvoll, da im Rahmen
der begleiteten Nervenschädigung (Sympathikusschädigung) bereits eine maximale
Gefäßweitstellung eingetreten ist, die medikamentös kaum weiter gesteigert werden kann.
Außenseitermethoden
Akupunkturbehandlungen der
durchblutungsgestörten Gliedmaßen, intraarterielle Sauerstoffgaben,
Sauerstoffinjektionen unter die Haut und ähnliche Maßnahmen sind sicher nicht zur
Therapie der chronischen Verschlußkrankheit geeignet, sondern können dramatische
Verläufe bis hin zum Gliedmaßenverlust auslösen.
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