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Wie äußert sich ein akuter Gefässverschluss?

Das Ausmaß der Durchblutungsstörung richtet sich nach Ort und Länge des Gefäßverschlusses sowie nach dem Vorhandensein ausgebildeter Umgehungsgefässe, sog Kollateralen. In einem gesunden Gefäßsystem kann z.B. ein kurzstreckiger embolischer Verschluß der Oberschenkelarterie bereits zum Absterben der Unterschenkelmuskulatur führen, da die Ausbildung von Umgehungsbahnen länger dauert als die tolerierte Zeit einer Mangeldurchblutung der Muskulatur. Andererseits ruft ein langstreckiger Verschluß der Oberschenkelarterie auf dem Boden einer vorbestehenden chronischen Einengung oft nur eine geringe klinische Symptomatik hervor, da die Umgehungsgefaesse -Kollateralen- bereits weitgehend ausgebildet ist. Der Verlauf eines akuten Gefäßverschlusses mit seinen Auswirkungen auf das Gewebe kann somit nie mit Sicherheit vorausgesagt werden und sollte daher unbedingt vom Gefaessexperten überwacht werden.
Klinische Beschwerden reichen vom geringen bis zum kompletten Nervenausfall (völlige Parese der Gliedmaße). Zur Beurteilung des Verlaufes ist neben dem aktuellen Befund auch die Zeitdauer zwischen dem akuten Verschluß und der aktuellen Symptomatik zu berücksichtigen. Die Situation kann sich bis zur kompletten Mangeldurchblutung steigern oder durch spontane Ausgleichsmechanismen auch wieder verflüchtigen.

 

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Stand: 04. Februar 2000