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Wie wird eine Venendarstellung durchgeführt?

Bei der Arteriographie wird das Kontrastmittel in ein zuführendes Gefäss eingebracht, welches sich im Abstrom wie die Krone eines Baumes aufzweigt. Auf Grund der hohen Blutströmungsgeschwindigkeit in der Arterie durchmischen sich Blut und Kontrastmittel gut, wodurch eine schnelle und vollständige Kontrastierung der durchgängigen Äste des darzustellenden Gefässgebietes resultiert. Ausserdem kann auch gegen die Blutströmungsrichtung gespritzt und ein interessierender Gefässabschnitt dargestellt werden.

Im Bereich der Venen ist die Richtung der Kontrastmittelgabe dagegen durch die Klappenapparate vorgeschrieben. Entsprechend erfolgt bei der Beinvenen-Darstellung die Kontrastmittelinjektion in einen Auslässufer eines Wurzelsystems im Furückenbereich, welches sich zu mehreren ableitenden Venenstämmen vereinigt, die wiederum erst ganz körpernah eine einzige ableitende Hauptvene bilden.

Die einfache Kontrastmittelinjektion in einen Wurzelast des weitverzweigten Netzes würde also den Kontrastmittelabfluss und damit die Venendarstellung den jeweils im System herrschenden Druckverhältnissen unterwerfen und damit zu einer nicht aussagekräftigen Phlebographie führen. Da ausserdem im Niederdrucksystem eine geringe Blutströmungsgeschwindigkeit vorliegt, sind die Durchmischungsverhältnisse von Kontrastmittel und Blut ungünstig, so dass trügerische Schichtungsphänomene auftreten können.

Hinsichtlich der Beinvenendarstellung erweisen sich der Stau oberhalb des Knöchels zur Einleitung des Kontrastmittels in das tiefe Venensystem, die Untersuchung in halb stehender Position zur Verringerung von Schichtungsphänomenen sowie die Phleboskopie, welche die Beobachtung funktioneller Abläufe gestattet, als wesentliche Bereicherung. Dennoch ergeben sich aus der Ausdehnung und dem Variantenreichtum der Venen gelegentliche Schwierigkeiten, die dadurch noch vergrössert werden können, dass eine komplette Kontrastmittelfüllung des Venensystems ebenso schwierig sein kann wie die Deutung der Bilder.

Die Kontrastmittelinjektion erfolgt von Hand, die Kontrastmittelmenge richtet sich nach der Grösse des darzustellenden Gefässgebietes und kann bei einer aufsteigenden (aszendierenden) Phlebographie der Beinvenen einschlielich der Beckenvene bis etwa 100 ml betragen. Die Richtung der Kontrastmittelinjektion ergibt sich aus der Anatomie des Venensystems. Sie erfolgt wegen der Venenklappen in Stromrichtung, rückwärts gerichtete Darstellungen sind nur in klappenlosen Venengebieten möglich. Die Punktions- bzw. Injektiontelle liegt also in der Regel unterhalb des darzustellenden Venenschadens. Im Bereich der Extremitäten sind Darstellungen von den Füssen bzw. Händen nach oben bis zum Venensystem der unteren bzw. oberen Hohlvene möglich sind.

 

 

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Stand: 22. Juli 2000