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Medikamentöse Behandlung

Die medikamentöse Behandlung hat zwei Ziele:
1.Linderung der Beschwerden.
2.Verhinderung des weiteren Fortschreitens der Erkrankung.

Im Rahmen des stationären Aufenthaltes oder der ambulanten Vorstellung wird die Behandlung gewählt, die für Sie am geeignetsten erscheint. Wichtig hierbei ist nicht nur, daß Ihr Hausarzt die Medikamente weiter verschreibt, sondern auch die regelmäßige Tabletteneinnahme von Ihnen selbst.

Am Untersuchungs-/ Entlassungstag bekommen Sie einen vorläufigen Arztbrief für Ihren Hausarzt, aus dem die Medikamentenempfehlung zu entnehmen ist. Bei dem heutigen großen Angebot von Arzneimitteln gibt es von einem Wirkstoff mehrere Handelspräparate, ihr Hausarzt trifft die endgültige Wahl des für Sie richtigen Medikamentes.

Sollten Sie ein Medikament nicht vertragen, so setzen Sie dieses nicht selbständig ab. Fragen Sie immer erst den Arzt im Krankenhaus oder Ihren Hausarzt. Tragen Sie immer in Ihrer Brieftasche einen Zettel mit den von Ihnen eingenommenen Medikamenten bei sich.

Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung:

1.Azetylsalizylsäure (ASS): ASS hemmt die Verklumpung der Blutplättchen. Hierfür reicht eine Menge von 100 mg, d.h. 1/5 der gegen Schmerzen wirksamen Dosis. Eine bedeutende Nebenwirkung ist das Auftreten von Magenschleimhautreizungen und Magengeschwüren. Bei "empfindlichem Magen" kann auf ein neueres Präparat (Clopidrogrel) ausgewichen werden.

2.Marcumar: Marcumar hemmt die Blutgerinnung durch eine Störung der Bildung von Blutgerinnungsfaktoren in der Leber. Die Wirkung des Marcumars kann durch eine Blutentnahme anhand des Quickwertes oder INR (International Normalized Ratio) bestimmt werden. Je stärker die Blutgerinnung ist, desto niedriger ist der Quickwert. In der Regel wird ein Quickwert von 20-30% angestrebt. Bei bestimmten Krankheitszuständen können Quickwerte von 30-40% ausreichend sein. Zu niedrige Quickwerte unter 15% können zu Blutungen führen. Die Marcumar- Tabletten werden vom behandelnden Arzt im Marcumar-Ausweis genau angegeben, wo auch die bestimmten Quickwerte und die Termine zu den Blutabnahmen eingetragen werden.

Medikamente zur Verbesserung der Herzmuskeldurchblutung:

1.Nitropräparate: Nitropräparate führen über eine Erweiterung der Koronararterien und über eine Senkung des Sauerstoffverbrauches des Herzmuskels zu einer Verbesserung der Herzmuskel-durchblutung Das Nitrospray oder Nitro-Kapseln wirken sehr schnell, so daß es im Angina pectoris-Anfall eingesetzt wird. Eine unangenehme Nebenwirkung der Nitropräparate ist der Kopfschmerz.

2.Calcium-Antagonisten: Calcium-Antagonisten führen über eine Senkung des Blutdruckes zu einer Erleichterung der Herzarbeit. Durch eine Erweiterung der Koronararterien wird die Durchblutung des Herzmuskels verbessert. Zu niedrige Blutdruckwerte können zu Unwohlsein und Kopfschmerzen führen.

Betablocker: Betablocker führen zu einer Ökonomisierung der Herzarbeit. Besonders vorsichtig muß mit einem Betablocker behandelt werden, wenn Vorerkrankungen wie Asthma bronchiale und Diabetes mellitus vorliegen. Eine der Nebenwirkungen der Betablocker ist die Potenzstörung.

Medikamente zur Verbesserung der Herzleistung:

1.ACE-Hemmer und AT1-Blocker: Diese Medikamente, die zur Behandlung der Herzschwäche und des Bluthochdrucks verordnet werden, bewirken eine Senkung des Gefäßwiderstandes des Blutangebotes in den Herzkammern. Damit wird die Herzarbeit erleichtert.

2.Diuretika: Diuretika sind Entwässerungsmittel, die vor allem dann eingesetzt werden, wenn es zu wassersüchtigen Beinschwellungen oder Lungenstauung gekommen ist. Durch eine vermehrte Ausscheidung von Wasser wird die Herzarbeit erleichtert. Diese Medikamente werden auch zur Blutdrucksenkung verwendet.

3.Digitalispräparate: Digitalis, schon als Tee der Fingerhutpflanze bekannt, kräftigt den Herzmuskel selbst. Die Einhaltung der verordneten Dosis ist besonders wichtig.

Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen:

Da die häufigste Nebenwirkung von diesen Medikamenten Herzrhythmusstörungen selbst sind, ist ein gezielter Einsatz wichtig. Gegen zu langsame Herzrhythmusstörungen stehen keine geeigneten Medikamente zurVerfügung, hier bedarf es der Implantation eines Herzschrittmachers.

Zu schnelle Herzrhythmusstörungen können mit folgenden 2 Präparaten behandelt werden:

1.Sotalol: Sotalol ist ein Betablocker mit den oben beschriebenen Eigenschaften und zusätzlichen, günstigen Wirkungen auf bestimmte Herzrhythmusstörungen. Diese Arznei ist jedoch nicht geeignet für Patienten mit Asthma oder langsamem Puls.

2.Amiodaron: Amiodaron ist eines der wirksamsten Medikamente zur Behandlung schneller Herzrhythmusstörungen. Die ersten Tage der Behandlung müssen jedoch unter stationären Bedingungen beobachtet werden. Da Cordarex eine Überfunktion der Schilddrüse auslösen kann, müssen die Schilddrüsenwerte regelmäßig (alle 3 Monate) überprüft werden. Selten kommt es unter Cordarex zu Sehstörungen, die nach Absetzen der Behandlung wieder rückläufig sind.

Medikamente zur Blutdrucksenkung:

ACE-Hemmer, Diuretika, Betablocker, Calcium-Antagonisten und viele andere Stoffgruppen werden auch zur Blutdrucksenkung eingesetzt. Eine der Nebenwirkungen sind Schwindelbeschwerden, die in der Regel nach einigen Tagen oder nach Verringerung der einzunehmenden Menge nachlassen. In jedem Fall sollte der behandelnde Arzt informiert werden.

Medikamente zur Senkung der Blutfette:

Die Senkung der Blutfette gehört zu den wichtigsten Maßnahmen zur Vorbeugung von Verschlimmerungen der Herzkranzgefäßverkalkung. Vor dem Einsatz von Medikamenten ist eine fettarme Diät und die Normalisierung des Körpergewichts von größter Bedeutung. Sollte diese Maßnahme nicht zum Erfolg führen, so werden Medikamente, die die Cholesterinbildung bzw. -aufnahme aus dem Darm hemmen oder die Triglyceride senken, verordnet. Angestrebt werden Blutwerte unter 200 mg/dl. Besteht bereits eine Herzkranzgefäßerkrankung, so sollte das Gesamt-Cholesterin unter 150mg/dl und das LDL-Cholesterin ("das böse Cholesterin) unter 130 mg/dl liegen. In schweren Fällen kann es notwendig sein, "Blutreinigungsverfahren" (HELP-Therapie) zur Behandlung von familiären Cholesterinerhöhungen einzusetzen.

 

 

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Stand: 08. Juni 2000