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Stadien der
Durchblutungsstörung - Arterielle Verschlußkrankheit (AVK)
Die Verschlußkrankheit verläuft klassischerweise in 4 Stadien ab, die der Straßburger
Chirurg Fontaine beschrieb:
Stadium I
Der Patient hat meist noch keine Beschwerden. Die Beine können kalt sein. Bei einer
Untersuchung fällt dem Arzt zufällig eine verminderte Durchblutung der Beine auf, wenn
er die Pulse tastet oder die Drücke an den Beinen mit der Ultraschalltechnik mißt. Nicht
selten ist bei Männern die Impotenz ein erstes Krankheitszeichen für eine
Durchblutungsstörung in den Beckenarterien.
Stadium II: Schmerzen beim Gehen - häufig in der
Wade
In diesem häufig anzutreffenden Stadium treten erst beim Gehen nach einer bestimmten
Wegstrecke meist krampfartige Schmerzen in den Waden auf. Erst nach einer kleinen
Ruhepause (innerhalb von Minuten) verschwinden die Schmerzen wieder um dann nach einer
Wegstrecke erneut aufzutreten.
Deshalb nennt der Volksmund diese Krankheit auch
Schaufensterkrankheit. Wegen des häufigen Stehenbleibens spricht man auch vom
intermittierenden Hinken (Claudicatio intermittens). Bei einer Arterienverkalkung erhalten
infolge der Einschränkung der Blutversorgung die Gebiete hinter der Gefäßverengung bzw.
des Verschlusses nicht mehr genügend Sauerstoff und Nährstoffe und auch die
Stoffwechselschlacken bleiben länger im Gewebe liegen. In der Regel wird die schmerzfreie
und die maximale Gehstrecke des Patienten mit zunehmender Schwere der Erkrankung immer
kürzer.
Stadium III: Schmerzen bereits in Ruhe und im Liegen
Reicht der Sauerstoff des Muskels und der Haut auch in Ruhe nicht mehr aus, so kommt es zu
typischen Ruheschmerzen in den Zehen und im Fußbereich, die besonders nachts bei
Hochlagerung der Beine im Bett auftreten. Viele Patienten können die Schmerzen dadurch
lindern, daß sie aufstehen und umhergehen oder das betroffene Bein von der Bettkante
herabhängen lassen. In diesem Stadium verändert sich auch sichtbar und fühlbar die Haut
des betroffenen Fußes: sie wird weiß, farblos, zumTeil treten landkartenartige
glänzende Rötungen als Zeichen der verminderten Durchblutung auf. In diesem Stadium der
Durchblutungsstörung besteht eine Amputationsgefährdung, wenn nicht umgehend eine
Verbesserung der Durchblutung durch eine Wiederöffnung der Gefäße (Operation oder
nichtoperative Verfahren) erreicht wird.
Stadium IV: Geschwüre (Brand,trocken oder feucht)
In diesem Stadium ist das Bein in jedem Fall amputationsgefährdet. Es können schlecht
abheilende Geschwüre auftreten, die zur Schwarzverfärbung einzelner Zehen oder des
ganzen Vorfußes führen. Häufig leiden die Patienten unter stärksten Schmerzen.
Infektionen am betroffenen Fuß können lebensbedrohlich werden, wenn sie nicht
rechtzeitig behandelt werden. Werden jetzt keine Maßnahmen zur Verbesserung der
Durchblutung ergriffen, bleibt nur noch die Amputation. Aber die Angst vor der Amputation
rettet nicht vor der Amputation, nur wer rechtzeitig zum Arzt geht und sich helfen läßt,
dem kann auch rechtzeitig geholfen werden!
Durchblutung ist Leben!
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