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Thrombangiitis
obliterans, Buerger-Syndrom, M. Winiwarter-Buerger
In 1- 3% der Verschlußkrankheiten der Arterien ist eine Thrombangiitis obliterans
auslösende Ursache. Es handelt sich hierbei um eine chronische Entzündung der
Gefässinnenschicht -, die sowohl in Venen (Thrombophlebitis migrans und saltans), aber
auch an den kleinen und mittleren muskulären Arterien abläuft. Die arterielle Thrombose
mit Gefäßverschluß ist Folge des entzündlichen Prozesses. Typischerweise findet sich
in der Vorgeschichte dieser in der Regel jugendlichen Patienten in über 90% ein
erheblicher Zigarettenabusus. Es sind mehr Männer als Frauen betroffen
(Geschlechtsverteilung 7:3), der Häufigkeitsgipfel scheint vor dem dreißigsten
Lebensjahr zu liegen. Vorübergehende oder begleitende Venenentzündungen treten bei etwa
jedem zweiten Betroffenen auf.
Die arterielle Manifestation ist vorwiegend auf kleinere Gefäße beschränkt und in der
Gefässdarstellung durch Verschlüsse an den Unterschenkel-, Hand- und Zehenarterien
charakterisiert. Atherosklerotische Wandveränderungen fehlen. Nicht selten können auch
größere Gefäße -z.B. die Oberschenkelarterie- in das Krankheitsgeschehen einbezogen
sein.
Entsprechend der Verschlußorte stellen sich eine Claudicatio der Fußsohle (krampfartige,
die Gehstrecke limitierende Fußsohlenschmerzen)ein. Gewebeuntergang und
Amputationsbedrohung sind wesentlich häufiger als bei der arteriellen Verschlußkrankheit
atherosklerotischer Genese. Der Krankheitsverlauf wird durch Schübe charakterisiert,
wobei die Intervalle sehr kurz sind oder auch, individuell verschieden, Jahre,
möglicherweise Jahrzehnte betragen können. Veränderungen an anderen Organarterien
(Herz; Hirn) sind nur selten zu beobachten.
Auf Grund des histologischen Bildes frischer Veränderungen, des klinischen Verlaufes
(Auslösen neuer Schübe zum Beispiel durch weiteren Nikotinabusus) und spezifischer
immunologischer Veränderungen wird eine Zuordnung in den Formenkreis der
Autoimmunkrankheiten nahegelegt. Bei sehr raschen Verlaufsformen der Thrombangitis finden
sich häufig auch Allgemeinsymptome.
Neben unabdingbarer Nikotinabstinenz hat sich in den letzten Jahren verstärkt eine
entzündungshemmende Therapie durchgesetzt. So konnte mit Acetylsalicylsäure (1,5 - 3g/d)
oder Prednison (30mg/d, ggf höheren Dosen) der Verlauf der Thrombophlebitis saltans und
der Thrombangiitis selbst günstig beeinflußt werden.
Je nach Verschlußlokalisation (z. B. Femoralarterie) sind gefäßrekonstruktive
Maßnahmen zu diskutieren, die aber wegen der verschiedenen Verschlußlokalisationen an
einer Extremität technisch erhebliche Schwierigkeiten bieten; wenn nicht völlig
unmöglich sein können. Bei peripher lokalisierten Verschlüssen mit ausgeprägter
klinischer Symptomatik bietet sich als durchblutungsverbessernde Maßnahme die
Sympathektomie an. Bestehen Veränderungen mit Gewebeuntergang, so gelten auch hier die
Behandlungsrichtlinien der Stadien III und IV der arteriellen Verschlußkrankheit,
Basismassnahmen beeinhalten auch die Gabe von Prostanoiden, von denen das PGE1 am
sinnvollsten ist. |
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