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Postthrombotisches Syndrom - Was gibt es noch?
Weiterführende Untersuchungen: Bei der großen Bandbreite der Krankheitsbilder des postthrombotischen Syndroms sind in Einzelfällen weitere Untersuchungen erforderlich. So ist eine eingehende Gerinnungsanalyse mit Bestimmung der Aktivitäten von AT III, Protein S und Protein C ist schon anläßlich der ersten Thrombose erforderlich bei allen jungen Patienten mit offensichtlichen Risikofaktoren sowie auch bei älteren Patienten mit familiärer Belastung.

Das postthrombotische Syndrom zeigt ein zeitabhängiges Voranschreiten der funktionellen Störungen des venösen Rückflusses mit der Folge von Schädigungen der Gewebe in den entsprechenden Regionen der venösen Hypertonie.

Behandlung des postthrombotischen Syndroms (PTS)

Die Kompressionstherapie ist die Basisbehandlung jeder chronisch-venösen Stauung. Sie führt zur Verminderung des Ödems und zur Verbesserung der venösen Pumpfunktionen. Kompressionsverbände mit wenig elastischen Kurzzugbinden weisen einen geringen Ruhedruck und einen hohen Arbeitsdruck auf und sind besonders zur Entstauungsbehandlung geeignet. In der Erhaltungsphase kann die Dauerkompression komfortabler mit Kompressionsstrümpfen gewährleistet werden, die je nach Schweregrad der chronisch-venösen Stauung in der Kompressionsklasse II oder III indiziert sind. Wegen Materialermüdung und Verschleiß sind Neuverordnungen der Strümpfe in maximal halbjährlichem Abstand erforderlich.

Eine medikamentöse Therapie mit Venenmitteln (Ödemprotektiva und venentonisierende Pharmaka) ist umstritten. Sie kann allerdings als zusätzliche Behandlung ihre Berechtigung haben. Diuretika (entwässernde Medikamente) sind nur kurzfristig im Rahmen einer Entstauungsbehandlung einzusetzen.

Weitere physikalische Maßnahmen bestehen in Venengymnastik, Bewegungstherapie (Schwimmen), Kaltwasseranwendungen, vorübergehender Überdruckbehandlung und gegebenenfalls Lymphdrainage. Von Bedeutung sind entsprechende Verhaltensweisen der Patienten mit Vermeiden von längerem Stehen, Hochlagerung der Beine, Bewegungstherapie, Vermeiden einengender Kleidungsstücke, Vermeiden von Überwärmung und ähnlichem.

Die chirurgischen Therapiemaßnahmen erstrecken sich auf die Verbesserungen der Durchblutung. So kann bei gleichzeitig bestehender Stammvarikosis auch beim postthrombotischen Syndrom zur Verbesserung der venösen Hämodynamik eine Varizenoperation durchgeführt werden, wenn sichergestellt ist, daß die Stammvene keinem notwendigen Kollateralkreislauf angehört.

 

 

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Stand: 05. August 2000