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Störung der Zubringerfunktion
Arterielle Durchblutungsstörungen können Folge organischer Querschnittsverminderungen der grossen und/oder kleinen Leitarterien sein (Arteriosklerose, Buerger-Syndrom, Vaskulitiden, Kompressionssyndrome, Verletzungen etc.) oder als Folge funktioneller vorübergehender Gefässeinengungen entstehen.

Betrachtung des Gesamtkreislaufs
Zum Verständnis seien die wesentlichen Zusammenhänge zunächst des Gesamtkreislaufs von der linken Herzkammer bis zum rechten Vorhof dargestellt. Die Gesamtmenge des Blutes beträgt beim Mann etwa 75 ml/kg Körpergewicht + 10%, im Durchschnitt bei einem Körpergewicht von 70 kg somit etwa 5400 ml.

Wichtiger als die absolute Grösse des Füllungsvolumens ist das geförderte Blutvolumen pro Zeiteinheit, also das Blutvolumen, das pro Zeiteinheit vom der linken Herzkammer (Ventrikel) in die Hauptschlagader (Aorta) ausgeworfen wird (Herzzeitvolumen). Bezieht man sich hierbei auf die Minute, so spricht man vom Herzminutenvolumen.
Das Herzminutenvolumen ist das Produkt aus Schlagvolumen und Frequenz. Die Grösse des Herzminutenvolumens ist von vielen Faktoren abhängig (Alter, Geschlecht, Körperposition, Körpergewicht, Belastung) und beträgt im Mittel etwa 5000 ml/min.

Das Blutvolumen, das pro Zeiteinheit aus dem Herzen in die Aorta ausgeworfen wird, muss nach Passage der Körperorgane über den venösen Rückfluss pro Zeiteinheit dem Herzen wieder zufliessen. Das Herzminutenvolumen wird also auch vom venösen Rückstrom gesteuert und ist - abgesehen von der Herzfunktion selbst - ausschliesslich von diesem abhängig.

Der Strömungswiderstand hängt ab vom Radius und der Länge des durchströmten Rohres sowie von der Dicke (Viskosität) der Flüssigkeit.
Das Hagen-Poiseuillesche Gesetz gilt nur unter den Bedingungen eines starren Rohres, einer laminaren und nicht pulsatilen Strömung sowie nur für benetzbare Gefässwandungen und echte (homogene) Flüssigkeiten.
Obwohl im Falle des Kreislaufs entscheidende Bedingungen nicht erfüllt sind, ist dieses Gesetz nach wie vor die Grundlage, qualitative Zusammenhänge zu erkennen und das Verständnis zu erleichtern. 

Für den Fall einer einfachen Rohrströmung kann die Stromstärke errechnet werden, wenn der Radius des Rohres, der Druckgradient sowie die Fluidität der Flüssigkeit bekannt sind. Im Falle des Kreislaufs ist dies nicht möglich, da die den Strömungswiderstand bestimmenden Faktoren zwischen Aorta und rechtem Vorhof nicht bekannt und darüber hinaus in verschiedenen Gefässbereichen unterschiedlich sind. 

Die Stromstärke muss daher in Form des Herzzeitvolumens gemessen werden. Mit der ebenfalls leicht messbaren Druckdifferenz zwischen Aorta und rechtem Vorhof kann dann der gesamte periphere Widerstand des Körperkreislaufs berechnet werden: Der leicht messbare mittlere Aortendruck beträgt 100 mmHg, derjenige des rechten Vorhofs etwa 5 mmHg. Somit errechnet sich eine zwischen Eingang und Ausgang des Körperkreislaufs bestehende Druckdifferenz von 95 mmHg. Diese wird auch als "treibender Druck", "Perfusionsdruck" oder "Dynamischer Druck" bezeichnet. Wie oben bereits angegeben, beträgt die Stromstärke im grossen Kreislauf 5000 ml pro Minute oder 83 ml pro Sekunde.

 

 

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Stand: 29. Juli 2000